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Befreie Dich: Die 4 Phasen des Wandels von toxischen zu gesunden Beziehungen

Auf unserem Weg, uns aus dem Wirrwarr unserer unerkannten Emotionen und jener Gefühle, die wir stellvertretend für andere empfinden, zu befreien, durchlaufen viele Menschen typischerweise vier Phasen. Es ist wichtig zu verstehen, dass dieser Entwicklungsprozess meist nicht linear verläuft. Je nach Dynamik in unseren Beziehungen, unserer individuellen Bewusstheit und dem jeweiligen Thema befinden wir uns mal in der einen, mal in der anderen Phase. Auch scheinbare „Rückschritte“ sind nicht ungewöhnlich; sie zeigen an, dass es noch weitere Aspekte gibt, die unsere Aufmerksamkeit und Bearbeitung benötigen.



Paare halten sich die Hände


Phase eins: Emotionale Abhängigkeit

In dieser Phase glauben wir, für die Gefühle anderer verantwortlich zu sein und fühlen uns verpflichtet, für deren Glück zu sorgen. Oft sind wir uns unserer eigenen, echten Gefühle nicht bewusst oder erlauben uns nicht, diese wahrzunehmen. Im Gegenteil, wir „benutzen“ oft die andere Person und die Beziehung, um uns von unseren unangenehmen, wahren Gefühlen abzulenken, die aus unerfüllten Bedürfnissen resultieren. Dies kann zu einem Zyklus emotionaler Abhängigkeit führen, bei dem unsere Aufmerksamkeit ständig nach außen gerichtet ist und wir unsere inneren Bedürfnisse und Gefühle vernachlässigen.


 Phase zwei: Rebellion

Diese Phase gleicht einem Armdrücken in Beziehungen, da es oft zu Machtkämpfen kommt. Diese Kämpfe können jedoch hilfreich sein, um neue, nicht toxische Machtverhältnisse zu entwickeln. In dieser Phase erkennen wir die hohen Kosten, die es mit sich bringt, die Verantwortung für die Gefühle anderer zu übernehmen und deren Wohlbefinden auf unsere Kosten zu gewährleisten. Wir rebellieren gegen andere und/oder unsere gewohnten Verhaltensmuster. Wenn jemand uns seinen Schmerz zeigt, reagieren wir oft rebellisch und verärgert mit Aussagen wie „Das ist dein Problem, ich bin nicht verantwortlich für deine Gefühle“. Es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Anliegen zu erkennen und zu kommunizieren.


 Phase drei: "Ich zuerst"

In dieser Phase erkennen wir, wie wenig wir mit uns selbst verbunden sind und wie wenig Zugang wir zu unserer eigenen Lebenskraft haben. Wir wenden uns nach innen, beginnen, uns selbst zu suchen und zu erforschen. Nach außen hin erscheinen wir oft ärgerlich, gereizt und scheinbar „egoistisch“. Das Erforschen unserer Bedürfnisse und authentischen Gefühle ist von Ängsten, Scham und Schuldgefühlen begleitet. Wir erleben kritische Reaktionen aus unserem gewohnten Umfeld, fühlen uns desorientiert und konzentrieren uns stark auf unsere inneren Erfahrungen. In dieser verletzlichen Übergangsphase erleben wir eine Art narzisstische Energie, die uns hilft, uns selbst gegen innere und äußere Widerstände zu schützen und neue Grenzen zu setzen, sowie ein stärkeres Selbstvertrauen zu entwickeln.


 Phase vier: Emotionale Autarkie und konsensuelle Win-Win-Situation

Wir erreichen eine Phase, in der wir zu unserer eigenen Lebensphilosophie und Würde stehen können. Dadurch entwickeln wir die innere Freiheit, die Gefühle und Bedürfnisse anderer mit Mitgefühl statt aus Angst, Schuld oder Scham zu betrachten. Uns wird bewusst, dass wir unsere Bedürfnisse nicht auf Kosten anderer erfüllen können. Wir entwickeln unseren persönlichen ethischen Kodex und können uns flexibel daran halten.



Reflexionsfragen

Um den Prozess von toxischen zu gesunden Beziehungen zu beginnen, laden wir dich ein, über Folgendes nachzudenken:


Phase eins:

  • Wie äußert sich „emotionale Abhängigkeit“ bei dir?

  • Bei welchen Themen vermutest du eine überstarke Identifikation mit einer Bezugsperson (gewöhnlich Mutter oder Vater)?

  • Welche Gefahren siehst du darin? Welche Möglichkeiten gibt es für eine zufriedenstellendere Kommunikation?


Phase zwei:

  • Wie drückst du deine Rebellion aus?

  • Was funktioniert bereits zu deiner Zufriedenheit und was noch nicht?

  • Welche Entwicklungsmöglichkeiten siehst du?


Phase drei:

  • Wie reagierst du, wenn du deine Verletzlichkeit erlebst?

  • Welche Gedanken und „Stimmen“ begleiten dich, wenn du zu deinen Gefühlen und Bedürfnissen stehst?

  • Welche Qualität haben sie – sind sie hart, scharf, unbarmherzig oder vielleicht freundlich und wertschätzend?


Phase vier:

  • Gibt es Bereiche in deinem Leben, in denen du dich bereits emanzipiert hast?

  • Wie zeigt sich deine „emotionale Autarkie“ in diesen Bereichen?

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