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BDSM: Von unbewussten Gefühlen bis zum Kink (mit Einstiegsübung)

In Partnerschaften können unbewusste Gefühle und Bedürfnisse oft zu Spannungen führen. Eine Möglichkeit, diese Dynamik zu transformieren, ist das konsensuelle Ausleben von sadistischen und masochistischen Fantasien, bekannt als BDSM. Diese Praktiken können, wenn sie verantwortungsvoll und einvernehmlich ausgeführt werden, positive Auswirkungen auf die Beziehung haben.


BDSM-Spielzeuge

Von Verdrängung zu Akzeptanz

Verdrängte Gefühle und Bedürfnisse können in einer Beziehung zu Missverständnissen und Konflikten führen. BDSM bietet einen sicheren Rahmen, in dem diese Empfindungen und Wünsche ausgedrückt und erforscht werden können, was zu einer größeren Selbstakzeptanz und einem tieferen Verständnis zwischen Partnern führen kann.


Verbesserung von Kommunikation und Vertrauen

Das Fundament von BDSM ist offene Kommunikation und Vertrauen. Die Notwendigkeit, Grenzen zu besprechen, Wünsche auszudrücken und Safe-Words zu etablieren, fördert eine Kultur der Ehrlichkeit und des Respekts. Dies kann die Kommunikationsfähigkeiten innerhalb der Beziehung stärken und das gegenseitige Vertrauen vertiefen.


Warum es funktioniert

Das bewusste Erkunden von Macht, Kontrolle und Vulnerabilität in einem kontrollierten Umfeld kann das Gefühl der Verbundenheit und des gegenseitigen Verständnisses in der Partnerschaft stärken. Indem man sich den dunkleren oder verborgenen Teilen des Selbst und des anderen stellt, kann eine tiefere emotionale Intimität entstehen.


Einblicke aus der Wissenschaft:

Eine 2013 durchgeführte Studie von Wismeijer und van Assen hebt die psychologischen Vorteile von BDSM-Praktizierenden hervor. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zeigten sie sich als weniger neurotisch, aufgeschlossener, gewissenhafter, widerstandsfähiger gegen Ablehnung und berichteten von einem höheren Wohlbefinden. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass BDSM positive psychologische Effekte haben kann und nicht zwangsläufig mit psychopathologischen Zuständen in Verbindung steht.  


Ausnahmen und wichtige Überlegungen

Es ist jedoch wichtig, Vorsicht walten zu lassen, besonders für Menschen, die ihr verbales oder sogar physisches aggressives Verhalten nicht kontrollieren können. Für diese Personen wird empfohlen, sich zunächst in Therapie zu begeben und das Thema mit Therapeut:innen zu besprechen, um sicherzustellen, dass die Exploration von BDSM auf eine gesunde und konstruktive Weise erfolgt.


BDSM kann für Personen mit einer Tendenz zur Dissoziation nicht geeignet sein. Dissoziative Zustände, in denen sich jemand von seinen Gedanken, Gefühlen oder der Umgebung entfremdet fühlt, können durch intensive emotionale oder physische Erfahrungen verstärkt werden. BDSM-Szenarien, die starke sensorische und emotionale Stimuli beinhalten, könnten dissoziative Reaktionen auslösen oder verstärken, was die psychische Gesundheit beeinträchtigen könnte. Daher ist es wichtig, dass Menschen mit dissoziativen Neigungen sorgfältig evaluieren und gegebenenfalls professionellen Rat einholen, bevor sie BDSM-Praktiken erkunden. 


Es ist wichtig zu beachten, dass BDSM nicht für alle geeignet ist. Insbesondere Menschen, die Opfer von Missbrauch waren, könnten feststellen, dass bestimmte Praktiken triggernd wirken. Eine sorgfältige Selbstreflexion und professionelle Beratung können entscheidend sein, um zu bestimmen, ob und wie BDSM in einer Weise erforscht werden kann, die heilend und bereichernd ist, anstatt alte Wunden wieder aufzureißen.


In der Partnerschaft kann der konsensuelle Austausch von Macht und Kontrolle, der durch BDSM ermöglicht wird, zu einer neuen Ebene von Offenheit und Vertrauen führen. Wichtig ist jedoch, dass beide Partner sich sicher fühlen, ihre Bedürfnisse und Grenzen auszudrücken, und dass sie jederzeit bereit sind, auf die emotionale Gesundheit des anderen Rücksicht zu nehmen.


Eine kleine BDSM Einstiegsübung

Gegenüber sitzen und abwechselnd von ganz leicht zu immer härter, sich gegenseitig spielerisch Ohrfeigen geben. (Vorsicht, mit der Hand nicht Ohr, Augen oder Knochen treffen!) Sich ständig über Gefühle und Bedürfnisse und die Intensität der Ohrfeige austauschen und vorher konsensieren, wann man aufhört und welche Worte man wählt. Offen und ehrlich über die Ergebnisse sprechen.

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