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4 Arten von Menstruationsschmerz – Was du tun kannst und was Bodymind für dich tut

  • 10. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Juli


Frau in rotem Kleid liegt mit angezogenen Beinen und hält ihren Unterbauch bei Menstruationsschmerzen.

Es gibt vier Haupttypen von Menstruationsschmerzen, die oft gleichzeitig auftreten, aber unterschiedliche Ursachen haben. Wenn du verstehst, welcher Typ bei dir vorliegt, kannst du gezielter damit umgehen – allein oder mit Unterstützung von einer:m Bodymind-Therapeut:in.

Die Menstruationsmassage, die du allein oder mit einer:m Therapeut:in ausführen kannst, ist weit mehr als nur Entspannung. Sie beeinflusst den Blutfluss, die Nerven und das emotionale Gleichgewicht und hilft, den Kreislauf Schmerz → Anspannung → Durchblutungsstörung → noch mehr Schmerz zu unterbrechen. So findet dein Körper zurück in Ruhe und Balance.

 

1. Viszeraler Schmerz (krampfartig-uterin)


  • Wie du ihn erkennst: 

    Das ist der klassische, krampfartige Schmerz im Unterbauch, der manchmal in den Rücken oder in die Oberschenkel ausstrahlt. Er tritt meist in den ersten Tagen der Periode auf und entsteht durch übermäßige Kontraktionen der Gebärmutter, ausgelöst durch einen Überschuss an Prostaglandinen – hormonähnlichen Substanzen, die die Gebärmutter zusammenziehen lassen. Wenn sie zu stark wirken, wird die Durchblutung eingeschränkt, was zu Ischämie (Sauerstoffmangel im Gewebe) führt.


  • Was du selbst tun kannst: 

    Du kannst eine Menstruations-Selbstmassage machen, indem du deine warmen Hände kreisförmig und langsam auf deinen Bauch legst und dabei tief atmest. Wärme – z. B. durch eine Wärmflasche oder Decke – hilft, die Gebärmutter zu entspannen und den Blutfluss zu fördern. Eine liegende Position mit angezogenen Knien kann ebenfalls den Druck im Becken lindern.


  • Was eine:r Bodymind-Therapeut:in tun kann: 

    Durch eine tiefe viszerale Massage wird die Mikrozirkulation im Becken verbessert und der Lymphfluss angeregt. In Kombination mit Zwerchfellatmung wird der Vagusnerv aktiviert, der für Ruhe, Entspannung und innere Regulation sorgt. Dadurch kann sich die Gebärmutter besser mit Sauerstoff versorgen, die Krämpfe lassen nach, und auch emotionale Spannungen lösen sich.

 

2. Somatischer oder reflektorischer Schmerz (muskulär und myofaszial)


  • Wie du ihn erkennst: 

    Dieser Schmerz fühlt sich eher muskulär an – als Ziehen oder Druck im unteren Rücken, in den Hüften oder im Becken. Der Körper reagiert auf den inneren Schmerz mit Schutzkontraktionen der Muskulatur, besonders in Rücken und Gesäß. Diese „Schutzspannung“ kann auch nach der Periode anhalten.


  • Was du selbst tun kannst: 

    Du kannst deine Glutealmuskulatur, Hüften und Oberschenkel mit Öl (z. B. Sesam- oder Mandelöl) selbst massieren. Sanfte kreisende Bewegungen und tiefe Ausatmung helfen, die Muskeln zu entspannen. Auch rhythmische Beckenbewegungen oder Schaukeln im Liegen lösen Spannungen und verbessern die Durchblutung.


  • Was eine:r Bodymind-Therapeut:in tun kann: 

    Mithilfe einer myofaszialen Tiefenmassage werden die Spannungssensoren in Muskeln und Faszien reguliert. Behandelt werden vor allem Gesäßmuskeln, Hüftbeuger und Adduktoren – das entlastet indirekt auch den Beckenboden, ohne ihn direkt zu berühren.

    Diese sanfte Technik heißt Joint Release. Sie verbessert Haltung, Atmung und Beckenbeweglichkeit. Durch den warmen, rhythmischen Kontakt werden Oxytocin und Endorphine freigesetzt, die natürliche Schmerz- und Stressregulatoren sind.

 

3. Neuropathischer oder funktioneller Schmerz (Überempfindlichkeit)


  • Wie du ihn erkennst: 

    Der Schmerz ist diffuser, schwer zu lokalisieren und kann auch außerhalb der Menstruation bestehen. Häufig treten Müdigkeit, Schlafstörungen oder Reizbarkeit auf. Die Ursache ist kein lokales Problem, sondern ein überreiztes Nervensystem, das Schmerzsignale verstärkt – ein Zustand, der als zentrale Sensibilisierung bezeichnet wird.


  • Was du selbst tun kannst: 

    Mach eine sanfte sensorische Selbstmassage, z. B. an Beinen oder Bauch, mit langsamen, gleichmäßigen Bewegungen. Achte auf deinen Atem und den Wärmefluss in deinen Händen. Auch ruhige Spaziergänge, langsames Yoga oder ein warmes Bad beruhigen das Nervensystem. Entscheidend ist der Rhythmus: gleichmäßig, ruhig, ohne Druck.


  • Was eine:r Bodymind-Therapeut:in tun kann: 

    Durch eine sensorische und regulierende Massage mit konstantem, langsamem Druck werden spezielle Nervenfasern (C-taktile Fasern) aktiviert, die Signale von Sicherheit und Geborgenheit ans Gehirn senden. Der Körper reagiert mit der Ausschüttung von Endorphinen, Oxytocin und Dopamin, wodurch Schmerz und Stress abnehmen.

    Gleichzeitig unterstützt der/die Therapeut:in dich darin, den Körper wieder als sicheren Raum zu erleben und Selbstregulation zu erlernen.

 

4. Schmerz durch Endometriose (chronisch-entzündlich)


  • Wie du ihn erkennst: 

    Der Schmerz ist tief, stechend und anhaltend, oft einseitig, und kann schon vor oder lange nach der Menstruation auftreten. Er kann beim Geschlechtsverkehr oder beim Stuhlgang stärker werden und reagiert kaum auf leichte Schmerzmittel.

    Endometriose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst (z. B. an Eierstöcken, Darm oder Bauchfell). Das verursacht Entzündungen und Verklebungen.


  • Was du selbst tun kannst: 

    Eine sehr sanfte Selbstmassage an äußeren Beckenbereichen oder im unteren Rücken kann helfen, die Durchblutung zu fördern, ohne den entzündeten Bereich zu reizen. Wärme, langsames Atmen und weiche Bewegungen – wie beim ruhigen Yoga – lindern die Spannung. Bei starkem oder anhaltendem Schmerz ist es wichtig, ärztlichen Rat bei eine:r Gynäkolog:in einzuholen.


  • Was eine:r Bodymind-Therapeut:in (nicht) tun kann: 

    Bei Endometriose arbeitet der/die Therapeut:in nicht direkt auf den inneren Beckenbereich, da es sich um eine medizinische Erkrankung handelt, die von eine:r Ärzt:in überwacht werden muss. Es ist ratsam, mit deine:r Gynäkolog:in abzusprechen, ob und wo eine Massage sinnvoll ist.

    Eine:r Bodymind-Therapeut:in kann indirekt helfen – mit Joint-Release-Techniken an Gesäß, Hüftbeugern und Adduktoren, um Haltung und Beckenatmung zu verbessern, ohne entzündete Zonen zu berühren. Zudem kann er:sie dich emotional begleiten, um Stress und Nervenspannung zu reduzieren, die oft den Schmerz verstärken.


Der integrative Bodymind-Ansatz


In der Bodymind Therapy werden alle vier Ebenen – viszeral, muskulär, nervös und entzündlich-chronisch – zusammen betrachtet.

Die Menstruationsmassage, ob allein oder mit einer:m Bodymind-Therapeut:in, hilft, Körperverspannungen zu lösen, das Nervensystem zu beruhigen, die Beckenatmung zu befreien und die Körperwahrnehmung zu stärken. So verwandelt sich der Schmerz von einem Feind in eine Botschaft des Körpers: ein Aufruf, wieder zu fühlen, zu atmen und Vertrauen in den eigenen Rhythmus zu finden.

 

Wenn du in Berlin bist, kannst du deine Bodymind-Menstruationsmassage hier ➜ bodymindtherapy.de buchen. Wenn du nicht persönlich kommen kannst, findest du auf YouTube Anleitungen für die Menstruationsmassage zu Hause, um ähnliche Ergebnisse selbst zu erreichen – mit Achtsamkeit, Wärme und Präsenz.

 

Wissenschaftliche Quellen:


  1. Proctor M. & Murphy P., Cochrane Database of Systematic Reviews, 2013¹.

  2. Moradi B. et al., Journal of Obstetrics and Gynaecology Research, 2014².

  3. Field T. et al., Pain Research and Management, 2016³.

  4. Hertenstein E. et al., Autonomic Neuroscience, 2019⁴.

  5. Schleip R. & Müller D.G., Frontiers in Physiology, 2013⁵.

  6. Vercellini P. et al., The Lancet, 2022⁶.

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